Unsere Kirche
Bild & Chronik
Im Jahr 1897 errichtete der Königliche Regierungsbaumeister Ulrich Pohlhammer für die 250 Katholiken eine Kirche im damals üblichen neugotischen Stil, die Heilig-Geist-Kirche. Sie hatte 246 Plätze, war 30 m lang und 12 m breit. Der Turm war 35 m hoch. Der Chorraum bestand ursprünglich aus einem Hochaltar, zwei Seitenaltären und einer Kanzel sowie Heiligenfiguren und Bildern des Münchner Malers Karl Caspar. Davon übrig sind die Figuren des Hl. Petrus, Hl. Paulus und Hl. Antonius. 1899 findet die Einweihung durch Bischof Paul Wilhelm von Keppler statt.
Die Heilig-Geist-Gemeinde zählt heute rund 4770 Gemeindemitglieder.
Orgel
Nach der Renovierung der Kirche wurde im Juni 2022 die neue, lang ersehnte Orgel der Firma Lenter aus Sachsenheim bei Ludwigsburg in einem feierlichen Gottesdienst eingeweiht. Das Instrument besteht aus zwei Manualen mit Pedal und 29 klingenden Registern. Vorausgegangen war ab September 2011 eine lange und intensive Aktionszeit, die besonders vom Orgelförderverein geprägt worden ist.
Friedensfiguren
Die „Figuren des Friedens“ – Mahatma Gandhi, Oscar Romero, Franz von Assisi und Mutter Teresa - wurden als Projektarbeit 2003 vom inzwischen verstorbenen argentinischen Künstler Juan Carlos Bejarano geschaffen. Tobias Kammerer hat sie vor einer Glaswand versammelt, die er in die Farben des Heiligen Geistes taucht. Damit nimmt er die Farbgebung im Altarraum auf.
Die Balinger Madonna
Alte Kunst in der Heilig-Geist-Kirche
Die „Balinger Madonna“ wurde vermutlich in der Werkstatt des Ulmer Bildhauers Niklaus Weckenmann aus Lindenholz erschaffen. Weckenmann arbeitete mit der Werkstatt des Ulmer Künstlers Jörg Syrlin d.J. vor allem bei Altarschreinaufträgen zusammen. Um das Jahr 1490 sind dort ein Flügelaltar mit Schrein und Gesprenge als Hochaltar für die Stadtkirche „Zu unserer lieben Frau“ geschaffen worden. Ausdruck, Gebärde, Faltenwurf und ihr Ausdruck der Ruhe und des Lieblichen durch ebenmäßige Gesichtszüge und gute Gesamtproportion erheben die Balinger Madonna zu einem besonderen Werk. Sie entspricht der großen Bedeutung der schwäbischen Skulptur des 15. und 16. Jahrhunderts.
Sie steht auf einer Mondsichel mit Menschengesicht. Die Darstellung könnte damit den Islam in seiner zeitgeschichtlichen Ablehnung durch die katholische Kirche bezeichnen. Eine andere Deutung sieht darin ein Sinnbild für das Böse. Seit dem 15. Jh. verweist dies auf die Identifikation Marias mit der Frau im biblischen Buch der Offenbarung: „Eine Frau umkleidet mit der Sonne, den Mond unter ihren Füßen“.
Das Original befindet sich im Dominikaner-Museum in Rottweil. Eine weitere Kopie steht in der Evangelischen Stadtkirche Balingen. Die gelungene originalgetreue Nachbildung stammt von der Bildhauerin Germana Klaiber-Kaspar.